Ein Traum wird wahr - Wilma und ich reisen nach England zu Merchant & Mills
18.10.2025
Ledertasche nähen bei Merchant & Mills in 5 Tagen
Früh am Morgen reisen Wilma und ich von Basel nach Paris mit dem TGV. Weiter gehts mit dem Eurostar unter Wasser nach London, man sieht keine Fische ;-). Dann mit einem nächsten Zug strickend nach Rye, juhuii.
Die Kurse bei Merchant & Mills können direkt mit Zimmer in the Grove gebucht werden. The Grove wurde im 2021 im Merchant & Mills Stil renoviert und eingerichtet. Bettwäsche, Tücher, Vorhänge,… überall erkenne ich Stoffe von Merchant & Mills. In the Grove übernachten sechs Personen, die ebenfalls den Merchant & Mills Taschenlederkurs gebucht haben.
Ich bin echt überrascht, dass drei der acht Kursteilnehmerinnen extra aus Amerika nach England für diesen Workshop angereist sind.
Auch entdecke ich kleine Schätze in Form von Decken, Stoffstücken und Kleidern, die schön in Szene gesetzt werden oder an den Wänden hängen - wie Bilder.
Liebevoll eingerichtete Raritäten machen das Haus einzigartig und die Bücherwand lässt mein Herz ebenfalls höher schlagen.
Schlafen tue ich wunderbar in der Leinenbettwäsche und am nächsten Tag geht’s direkt los bei Merchant & Mills im Laden.
Und endlich stehen Wilma und ich vor dem Laden von Merchant & Mills in Rye, juhuii!
Wilma trägt hier die No65 weite Hose Heeb mit Taschen, dazu eine bunte No78 Hemdbluse Haller mit Kragenband.
Ich selber habe mich für die No80 Bundfaltenhose Bennet unisex entschieden, dazu kombiniere ich die No91 Workerjacke Wells mit Taschen (coming soon).
Im oberen Stock finden die Workshops statt. An einer 10m langen Stange hängen alle Modelle zum Anprobieren von Merchant & Mills.
Ali Goodman von Francli Craftwear begrüsst uns freundlich. Die zugeschnittenen Einzelteile liegen bereits auf dem Tisch. Es geht los!
Zur Ledertasche die wir nähen, gehören folgende Teile:
- Eine Tasche
- Zwei Laschen
- Eine Klappe
- Eine Innentasche
- Ein Träger
zur Website von Francli Craftwear
Am ersten Tag werden die Kanten des Leders geschliffen, was das Zeug hält. Dreimal mit immer feinerem Schleifpapier, dann wässern, wieder dreimal schleifen, und mit einer Gummimasse abschliessen.
Das Schleifen ist nicht so meins, das fand ich schon in der Schule bei der Holzverarbeitung anstrengend. Aber nach ein paar Durchgängen sieht man, wie toll die Lederkanten werden und auf einmal hab auch ich Spass am Schleifen.
Wie könnte es anders sein, aber die Pausen verbringen wir unten im Stoffladen von Merchant & Mills. Es ist einfach ein Traum, diese Fülle an reiner Baumwolle, Wolle, Leinen, ... zu sehen.
Keine Jerseys, kein Polyester, keine günstigen Stoffe die eh nix taugen und die ich nicht tragen mag ;-)
Während des ganzen Kurses bekommen wir 10% auf alle Käufe und drei Schnittmuster for free!
Es ist ja nicht so, dass ich zuwenig Schnittmuster hätte, aber die von Merchant & Mills gefallen mir schon auch sehr gut.
Zur Website von Merchant & Mills
Neben den Stoffen werden wir auch kulinarisch verwöhnt. Sophie von Merchant & Mills tischt uns Kuchen, Früchte, Käse, Peanutbutter, Yoghurt, Essiggurken,... auf.
Auch fürs Mittagessen ist gesorgt. Sophie zaubert von Lasagne über Quiche und Gemüsesuppe leckeres Essen her.
Als nächstes schlagen wir Löcher ins Leder, um später die Tasche von Hand zu nähen. Die Kanten werden geleimt, dann etwas getrocknet und zusammengeklebt. Da hat man nur eine Chance, denn es klebt echt gut.
Ein Höhepunkt ist sicher das Bild von Wilma und Carolyn, dem Kopf von Merchant & Mills. Die beiden haben sich prächtig unterhalten.
Am dritten Tag nähen wir die Taschenklappe von Hand an, schlagen die Nieten ein und leimen die Seiten der Tasche zusammen.
Diese dürfen dann über Nacht trocknen.
Nach dem Mittagessen haben wir frei und stöbern weiter im Stoffladen von Merchant & Mills.
Am Nachmittag schlendern wir durch Rye. Es hat ein paar süsse kleine Läden und verwunschene Gassen. Ich fühl mich direkt in der Zeit zurückversetzt.
Nach zwei Tagen sieht die Tasche schon nach Tasche aus, das wird richtig schön. Und das Beste - die Tasche sieht aus wie gekauft! So wie ichs gerne mag ;-)
Nie wieder zu wenig Stoff!
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Am vierten Tag gehts an die seitlichen Nähte der Tasche. Da werden die Löcher nochmals beidseitig eingeschlagen und die Seiten genäht.
Wieder heisst es schleifen, polieren, wässern – mit Gummi abschliessen. Inzwischen verstehe ich den Vorgang und sehe das vorher/nachher sehr gut.
Wie bei allem - es lohnt sich exakt zu leimen und dann auch gut zu schleifen, wieder und wieder.
Nun nähe ich die seitlichen Nähte von Hand zusammen. Das braucht Kraft und der kleine Finger leidet etwas.
Als kleine Zugabe kann dann selbständig ein Lederanhänger genäht werden. Ich hab bereits ein anderes kleines Projekt im Kopf – einen Schlüsslanhänger um den Hals und starte mit dem.
Und ja, ich kanns ja nicht lassen und die Tasche einfach so machen wie vorgeschlagen. Ich will noch einen zweiten kurzen Griff neben dem langen.
Der muss doppelt genäht werden, damit er nicht verzieht. Das heisst, leimen, schleifen, polieren, lochen und nähen - das Ganze geht wieder von vorne los. Zum Schluss hämmere ich den kurzen Griff mit zwei Ösen an den langen Gurt. Schliesslich werden noch die Trägerverschlüsse eingeschlagen.
Mein Fazit zum Workshop bei Merchant & Mills
Und dann ist die Ledertasche fertig. Ein Bild vor der Social Wand darf natürlich auch nicht fehlen.
Wilma trägt hier zur neuen Tasche die No78 Hembluse Haller mit Kragenband und drüber die Strickweste, die wir uns während unseres Englandaufenthalts stricken
Ich selber trage die No65 weite Hose Heeb mit Taschen, dazu kombiniere ich die No94 Hemdbluse Heider kurzarm (coming soon) und finde die Ledertasche passt einfach perfekt dazu!
Das Eintauchen in die Merchant & Mills Welt hat mir supergut gefallen. Im Haus the Grow zu wohnen und umgeben von Merchant & Mills Stoffen zu sein - einfach fantastisch! Mit Frauen aus England und Amerika zu quatschen, zusammen zu essen, zu nähen und zu stricken fand ich einfach superspannend!
Als ich dann die Amerikanerinnen fragte, warum sie so weit reisen für einen Kurs in England, meinten sie: Wir haben ein genzes Leben gearbeitet, Geld verdient und jetzt mehr freie Zeit. Nun sind wir in der Phase «go go». Dann kommt «slow go» und schliesslich «no go». Als nächstes kommen wir zu dir in die Schweiz an einen Kurs!
Und meine Ledertasche? Super ist sie geworden - sieht aus wie gekauft und ich hab viel Neues gelernt. Da krieg ich echt Lust auf mehr Lederverarbeitung!
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„«Ich bin Susanne Hirt, ausgebildete Schneidermeisterin, Dozentin an der F+F in Zürich und Gründerin von TRENDSCHNITT. Hier zeige ich Kreativen und Nähenden, wie sie mit coolen Schnitten ihre Kleider selber herstellen können, so dass sie aussehen wie gekauft! Mit meinem Mann und vier Kindern lebe ich in der Nähe von Luzern, kann Tyrrells Chips nicht widerstehen und liebe das Stöbern auf Flohmärkten.» Susanne Hirt![]()