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Stoffladen Pompon in Zürich – ein Treffpunkt für Nähbegeisterte

23.09.2025

Sandy in ihrem Stoffladen «Pompon»
Sandy in ihrem Stoffladen «Pompon»

Die Nähwelt kennt dich als Mademoiselle Pompon. Erzähl mir doch etwas über dich als Sandy. 

Mein Herz brennt für die Näherei, schon seit jeher. Darum schätze ich es sehr, dass ich mein Hobby, meine Leidenschaft zum Beruf machen konnte.

Kommt dazu, dass ich sehr gerne arbeite, viel arbeite, selbst zuhause nur an Mode, Stoffe und Schnitte denken kann. Ferien stehen bei mir selten auf dem Programm, ist mein Geschäft für mich Oase genug. Aber zugegeben, daran arbeite ich und merke auch, dass ich mit zunehmendem Alter doch die eine oder andere Ruhepause mehr benötige.

Wenn du mich explizit nach einem Hobby, einer Vorliebe, fragst, dann kann ich sagen, dass ich sehr gerne komplizierte Schnitte entwerfe und zeichne.

Sandy ist Mademoiselle Pompon und Mademoiselle Pompon ist Sandy… da gibt es keinen Unterschied. 

Seidenstoffe soweit das Auge reicht
Seidenstoffe soweit das Auge reicht

Du sagst, dass dich die Modewelt schon seit Kindertagen fest im Griff hat, wie das?

Als Kind habe ich jede Gelegenheit und jeden Anlass genutzt, mir ein einzigartiges Outfit zu kreieren. Natürlich habe ich mich auch sehr gerne verkleidet.

So bin ich ganz oft zum Flohmi, habe mir dort Kleider und verschiedene Materialien ausgesucht, diese dann abgeändert, cool kombiniert und zu einem ganzen Look verarbeitet.

Die Liebe zum Flohmi ist übrigens geblieben. Immer wieder triffst du mich an einem Flohmarkt an. Mein Geheimtipp - der Flohmi am Bürkliplatz in Zürich. Dort lass ich mich gerne inspirieren, und suche nach neuen Schnitten und Verarbeitungstechniken.

Tüllpompons hängen im Fenster
Tüllpompons hängen im Fenster

Der Weg in deine berufliche Laufbahn war somit schon gegeben?

Genau, ich habe mich für die Lehre als Schneiderin, heutzutage Bekleidungsgestalterin, entschieden.

Danach habe ich mit einer Freundin in den 90-igern ein Label gegründet, habe mit einem amerikanischen Freund (Siebdrucker von Beruf) «Panti-Christ» gegründet. Wir haben bedruckte Panties entworfen und verkauft.

Ich habe den Schnitt gezeichnet, während Robert Butler für den Aufdruck zuständig war. So haben wir die Unterhosen nähen und bedrucken lassen. Dieses Label war in der Rock’n’Roll Szene total IN. Schau mal...

Panties von «Panti-Christ»
Panties von «Panti-Christ»

Pompon war zuerst eine offene Nähstube. Ich habe Nähplätze vermietet und Nähkurse angeboten.

Sämtliche Einnahmen habe ich gleich wieder in Form von Stoffen und Zubehör in mein Geschäft einfliessen lassen und so hat sich die Nähstube in das jetzige Pompon entwickelt und verwandelt.


Dein Geschäft heisst Pompon. Hast du einen speziellen Bezug zu den flauschigen Knäueln?

Mein Geschäft sollte unbedingt ein Quartier-Treffpunkt werden, und allerlei Menschen anziehen. So war klar, dass der Name einen Bezug zur Näherei haben sollte, das Wort «Nähen» aber nicht enthalten sein muss.

Zusammen mit meiner Schwester habe ich über den Namen gebrütet, ein Brainstorming gemacht. Als sie dann Pompon in die Runde geworfen hat, war ich gleich begeistert. Mir hat der Klang und das Schriftbild sofort gefallen. Die Wahl war getroffen. Und wer sich in meinen Räumlichkeiten umsieht, der findet sie immer wieder, die Pompons.

Pompons findest du auch im Pompon
Pompons findest du auch im Pompon

Vor deinem Geschäft stehen viele Töpfe und es kommt das Gefühl auf, in einem Garten zu stehen. Hast du eine besondere Vorliebe für Pflanzen? 

Stimmt, ich liebe Pflanzen … und Beton findet man in einer Stadt ja schon zur Genüge. Gerne bezeichne ich Pompon am Idaplatz 10 als Oase Zürichs… innen wie aussen

Pflanzen vor dem Pompon
Pflanzen vor dem Pompon

Als ich das erste Mal dein Geschäft betrat, haben mich die vielen Kartonschablonen, die von der Decke runterhängen, beeindruckt. Was sind das für Schnitte und kommen diese noch zum Einsatz?

Die habe ich alle selbst gezeichnet. Diese haben sich über die Jahre angesammelt, kommen aber ehrlicherweise nicht mehr oft zum Einsatz.

Da oben in meiner Schnitte-Sammlung findet man Grundschnitte, das Pantie-Muster von früher und eben meine ausgeflippten und komplizierten Schnitte.

Dieses «Lager» ist/war eine absolute Notlösung, weil ich nicht genau wusste, wohin damit, mich aber unter gar keinen Umständen davon trennen kann und auch nicht möchte.

Schnitte-Sammlung aus Karton
Schnitte-Sammlung aus Karton

Nähst du noch Kleider für dich und wie würdest du deinen Stil beschreiben?

Meine Garderobe ist ein Mix aus Flohmi-Teilen, Selbstgemachtem und auch Gekauftem. Wenn ich Kleider kaufe, lege ich grossen Wert auf gute Qualität.

Dann schleichen sich auch Secondhand-Stücke ein. Auch hier ein Geheimtipp: besuche unbedingt mal TheNewNew in Zürich, da findest du ausgesuchte Designer-Stücke.

Ich brauche nicht mehr ganz so viele Sachen, bin eher bescheiden, während ich früher manchmal mit mehreren gefüllten Säcken an Errungenschaften vom Flohmi nach Hause gekommen bin. 

Sandy beim zuschneiden eines Stoffes
Sandy beim zuschneiden eines Stoffes

Gehst du mit einer Liste auf Stoffeinkauf und nach welchen Kriterien kaufst du ein?

Natürlich ist es mir wichtig, die Wünsche meiner Kundschaft zu berücksichtigen und halte diese auch auf einem «Einkaufszettel» fest. Dann verlasse ich mich auch sehr gerne auf mein Gespür.

Die aktuellen Trends entnehme ich nicht den Zeitschriften oder anderen Medien, ich lasse mich im Laden und auf der Strasse inspirieren und leiten. Ich erfasse und scanne Menschen im Alltag und sehe genau, was zu ihnen passt. So fällt es mir leicht, die passenden Stoffe für euch zu finden und einzukaufen.

Fensterblick vom Pompon auf den Idaplatz
Fensterblick vom Pompon auf den Idaplatz

Nie wieder zu wenig Stoff!

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Da zeige ich dir, wie du die richtige Menge an Stoff für Hosen, Kleider, Jacken... berechnest.

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Welches ist deine Lieblings-Stoffqualität? Und was ist ein «no go» im Pompon?

Ich bin ein absoluter Fan von Baumwolle. Sie ist vielseitig einsetzbar, einfach zu verarbeiten und pflegen.

Aber natürlich bin ich auch eine Kaschmir-Liebhaberin. Dieses Material ist so kuschelig-weich, angenehm auf der Haut und absolut hochwertig. 

Mit einem bedruckten Faserpelz kann ich mich aus optischen Gründen leider gar nicht anfreunden und darum steht auch kein einziger Stoffballen in meinem Geschäft.

Blick in den Nähraum direkt neben dem Stoffladen
Blick in den Nähraum direkt neben dem Stoffladen

In deinem Geschäft kann man alles rund ums Nähen einkaufen und natürlich auch Kurse belegen.

Genau... im Pompon wird laufend der 3-Stünder angeboten. Du wählst deine eigenen Daten aus, kommst zu uns, realisierst mit unserer Hilfe dein Nähprojekt.

Ob du einfach nähen willst, Passform ändern, bügeln, entwerfen, overlocken, zuschneiden oder alles zusammen – wir stehen dir mit Rat und Tat bei deinen kreativen Nähprojekten zur Seite.

Die Idee für den Kindernähkurs hat sich wie von selbst organisiert. Ein paar Girls aus dem Quartier haben bei mir den Wunsch deponiert, das Nähen zu erlernen und praktizieren. Gesagt – getan – durchgeführt.  Auf meiner Website www.pom-pon.ch findest du alle Informationen und die entsprechenden Daten. 

 

Zur Website Mademoiselle Pompon

Bei Sandy gibts auch Kindernähkurse
Bei Sandy gibts auch Kindernähkurse

Was macht für dich ein gutes Schnittmuster aus?

Stilmässig bevorzuge ich Labels, die schlichte Mode ganz ohne Schnick-Schnack anbieten.

Technisch gesehen sollte das Schnittmuster folgende Kriterien erfüllen: 

  • Gute, stabile Verpackung zum Schutz des Musters
  • Griffiges Schnittmusterpapier – kein Seidenpapier
  • Klare Aussage, ob das Muster mit oder ohne Nahtzugaben erstellt ist
  • Tragefotos, damit man sieht, wie das Kleidungsstück fällt
  • Technische Zeichnung, so dass man Details gut erkennen kann
  • Gute und ausführlich beschriebene Schritt-für-Schritt-Anleitung

Was für ein Glück, ist heute die Trendschnittmuster-Lieferung angekommen 😉.

Zum Schnittmuster-Shop

Trendschnittmuster-Lieferung heute angekommen
Trendschnittmuster-Lieferung heute angekommen

Nachhaltigkeit ist ein grosses Thema. Welchen Beitrag leistest du dazu?

Wenn immer es geht, kaufe ich Bio-Stoffe. Gerne berücksichtige ich einen Lieferanten aus Berlin, der herrliche Jeans- und Sweat-Stoffe in Bio-Qualität im Sortiment führt.

Manchmal gestaltet sich der Einkauf ein bisschen schwierig, weil Bio noch nicht bei allen Herstellern verankert ist. Die Kleider selbst zu nähen, ihnen Sorge zu tragen, sie über längere Zeit anzuziehen ist für mich Nachhaltigkeit pur. Zudem ist auch in meinen Nähkursen das Thema «Flicken» sehr präsent.

Neben Trendschnittmuster gibts noch viele weitere Schnitte zu entdecken
Neben Trendschnittmuster gibts noch viele weitere Schnitte zu entdecken

Was wünschst du dir für dich und die Pompon-Zukunft?

Auf jeden Fall mehr Platz … ein grösseres Kurslokal steht ganz oben auf meiner Wunschliste. Obwohl, viele meiner KursteilnehmerInnen lieben es, sich umgeben von Stoffballen kreativ auszutoben.

Alles hat seine Ordnung bei Sandy
Alles hat seine Ordnung bei Sandy

Wilmas Fazit

Ist ja klar, dass ich auch noch Stoffe gestreichelt und mir den einen oder anderen Meter gegönnt habe. Ich habe live erlebt, wie Sandy mich kleidungsmässig gescannt, erfasst und sogleich den perfekten Stoff für mich aus dem Regal gezogen hat. Einfach nur beeindruckend.

Wilmas Einkäufe im Pompon
Wilmas Einkäufe im Pompon

Im Pompon habe ich alles gefunden, was mein Näh-Herz begehrt:

  • Eine absolut kompetente Beratung mit viel Herzblut
  • Eine Riesenauswahl an Stoffen
  • Ein breites Sortiment
  • Ordnung und System im ganzen Laden

Ich komme wieder!

Sandy von Mademoiselle Pompon mit Wilma
Sandy von Mademoiselle Pompon mit Wilma

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«Ich bin Wilma Brunner, nähe seit fast 20 Jahren und bin seit 8 Jahren begeisterte TRENDSCHNITT-Näherin. Ich habe bei Susanne den Lehrgang Mode & Design und einige darauf folgende Ateliers besucht. Inzwischen bin ich Bloggerin bei TRENDSCHNITT, betreue den Pinterestaccount, beantworte im Onlinekurs Hosen-Heldin Community-Fragen und unterstütze Susanne bei neuen Schnittmuster. Mit meinem Mann und zwei Töchtern lebe ich in der Schweiz, bin ein absoluter unifarben-Fan, mag Farbexplosionen, aber (leider) keinen Kaffee ;-)» Wilma Brunner Wilma Brunner